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SUMMARY:KARAT
DESCRIPTION:Im Jahr 34 nach dem Mauerfall ist es ganz sicher kein Geheimnis
  mehr und breitet sich gar zunehmend in westelbischen Rezeptionsräumen au
 s: die Rockmusik aus dem Osten Deutschlands hat eine sehr große Anzahl K
 ünstler und Lieder zu bieten\, die fester Bestandteil des gesamtdeutschen
  Kulturerbes waren\, sind und bleiben werden. Unter diesen ragt\, bei alle
 r Wertschätzung für die anderen\, eine Band noch einmal ein ganzes\, ein
  ganz besonderes Stück heraus: KARAT.<br><br>KARAT waren bei ihrer Gründ
 ung im Jahr 1975 keine pickligen Teenager mehr\, die ihre ersten wackelige
 n Schritte auf der Bühne unternahmen. Sie hatten ihre Meriten in bekannte
 n Rockbands\, vor allem „Panta Rhei“ und „Horst-Krüger-Band“\, be
 reits gesammelt. Die Band um Sänger Herbert Dreilich und Keyboarder Ed Sw
 illms\, aus dessen Feder die großen KARAT-Hits stammen\, kam zusammen\, d
 ie Nummer eins zu werden und schnell war klar\, dass sie dazu in der Lange
  sind. Es hat dann ja auch nicht lange gedauert.<br><br>Das Besondere dabe
 i: die Erfolge endeten nicht an der ehemaligen Zonengrenze. Zweifelsohne B
 alsam für die ostdeutschen Musikfans: Denen war immer schmerzlich bewusst
 \, dass das meiste\, was sie auf dem heimischen Markt live oder von legal 
 erworbener Konserve konsumierten\, eine Art Ersatz für die Großen der Ro
 ck- und Pop-Welt hinter der Mauer war. KARAT gaben das erste Mal das Gefü
 hl\, auch zu Hause oder in der eigenen Stadthalle etwas zu hören\, das me
 hr war als popmusikalischer Mocca-Fix\, also Ersatzprodukt. Sondern etwas\
 , was auch die „drüben“ mit Westgeld kauften\, obwohl es im Regal zwi
 schen „Kansas“ und „King Crimson“ stand und nicht vor „Karussell
 “ und „Kati Kova?s“.<br><br>Schon 1979 wurde das zweite KARAT-Album 
 (im Osten: „Über sieben Brücken“) in der BRD unter dem Titel „Alba
 tros“ herausgebracht – die schlauen Vermarkter hatten den „König de
 r Welt“ zusätzlich drauf gepackt. Es verkaufte knapp unter Goldstatus. 
 Den knackten KARAT dann im Gefolge von „Der blaue Planet“\, eins der e
 rfolgreichsten Alben der Ostrock-Geschichte\, dass auch im Westen fast ein
  ganzes Jahr lang ununterbrochen in den Charts lag. KARAT waren nicht nur 
 wegen ihrer Musik allein ungeheuer wichtig\, sondern weil diese Musik eine
  gesamtdeutsche Sache war\, die aus dem Osten kam. Und ja\, auch deswegen\
 , weil sie im Osten geblieben sind\, obwohl für sie die Mauer sehr viel d
 urchlässiger war als für ihre Fans.<br><br>Es scheint müßig\, weil hin
 reichend bekannt\, im Zuge von 45 Jahren KARAT auf die großen Klassiker w
 ie „Schwanenkönig“\, „Gewitterregen“\, „Magisches Licht“\, 
 „Jede Stunde“\, „Mich zwingt keiner auf die Knie“ sowie „Blumen 
 aus Eis“ (und nicht zuletzt auf die bereits genannten) zu verweisen. Auf
  die vielen KARAT-Coverversionen von Gregor Meyle\, Heinz Rudolf Kunze\, P
 eter Maffay\, Helene Fischer\, Chris de Burgh\, Jan Josef Liefers und Max 
 Raabe\, um nur einige zu nennen. Auf die ausverkaufte Waldbühne ganz ohne
  DDR-Publikum\, auf den Umstand\, als erste und einzige Band des Ostens be
 i „Wetten dass...“ gewesen zu sein. Und auf über zwölf Millionen ver
 kaufte Tonträger.<br><br>Denn so wichtig diese Stationen in der KARAT-Lau
 fbahn sind\, es ist nur ein Teil der Geschichte. Bernd Römer (git)\, Mich
 ael Schwandt (dr)\, Christian Liebig (b)\, Martin Becker (keyb) und Claudi
 us Dreilich (voc) haben nie aufgehört\, kreativ zu sein. Es war nie ihr D
 ing\, sich auf den erreichten Lorbeeren auszuruhen. Stets überzeugen sie 
 live – rockig\, sinfonisch\, balladesk\, in Kollaborationen mit Orcheste
 rn oder befreundeten Musikern sowie unplugged. Ebenso begeistern KARAT imm
 er wieder mit neuen Studioalben\, mit denen sie auch Einzug in die offizie
 llen Charts halten – zuletzt „Seelenschiffe“ (2015) und „Labyrinth
 “ (2019).<br><br>Dass KARAT nach wie vor ausverkaufte Tourneen spielen\,
  hat auch und vor allem mit der Personalie des Frontmannes zu tun. Damit\,
  dass Tragik und Triumph oft nicht nur eng beieinander liegen\, sondern si
 ch zum Teil auch regelrecht bedingen können: Der tragische Krebstod von H
 erbert Dreilich\, der viel mehr als nur der Sänger dieser Band war\, sond
 ern ihr Gesicht und ihre Seele verkörperte\, schien im Jahr 2004 das Ende
  von KARAT zu markieren. Aber am Ende ermöglichte er der Band – mit sei
 nem Sohn Claudius als neuem Frontmann – wie der berühmte Phönix aus de
 r Asche zu steigen. Claudius Dreilich führte die bewährten Kontinuitäts
 linien nicht nur authentisch fort\, er pumpte frische Energie in das Unter
 nehmen und eröffnete den gestandenen Männern neue Perspektiven.
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