Stadtarchiv wiederholt Veranstaltung „Alte Heimat – Neue Heimat“

veröffentlicht am: 01.04.2026

Das Stadtarchiv Zwickau informiert:

Aufgrund der großen Resonanz: weiterer Termin am 9. Mai

Anlässlich des „13. Tages der Archive 2026“ lud das Stadtarchiv Anfang März zu der Veranstaltung „Alte Heimat – Neue Heimat. Zwickauer Zeitzeugenbefragungen zu Flucht und Vertreibung 1945/1946“ ein, die von mehr als 80 Personen besucht wurde. Aufgrund der großen Resonanz konnten leider nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden. Das Stadtarchiv hat sich daher entschlossen, die Veranstaltung zu wiederholen. Neuer Termin ist Samstag, 9. Mai um 14 Uhr im Vortragssaal des Stadtarchivs (Crimmitschauer Str. 1). Die Teilnehmerzahl ist auf 40 Personen begrenzt, die Anmeldung erfolgt telefonisch oder per E-Mail (Tel.: 0375 834703, E-Mail: stadtarchivzwickaude).

Grundlage der Veranstaltung ist die Abschlussarbeit von Madeleine Spörl im Rahmen der Ausbildung zur Fachangestellten für Medien und Informationsdienste/Fachrichtung Archiv. Sie sprach mit 12 Personen, die flüchten mussten oder vertrieben wurden und die zu diesem Zeitpunkt zwischen einem Jahr und 23 Jahre alt waren.

Einer von ihnen ist Helmut Kinner, der im Januar 1945 im Alter von 23 Jahren die Flucht aus Breslau vor der Roten Armee erlebte. Mit einem Sonderzug aus Güterwagons der Reichsbahn fuhren seine Eltern und er mit Frau und Kind tagelang ins Ungewisse. Dass sie nur Tage später in Zwickau ankamen war reines Glück. Herr Kinner arbeitete anschließend in einer Kanzlei als Jurist.

Ilse Mummert wurde am 7. Dezember 1925 in Großendorf bei Steinau in Niederschlesien geboren. Nach Erlaubniserteilung durch den Ortsgruppenleiter konnte die Flucht vor der Roten Armee mit ihren Eltern und Schwestern am 23. Januar 1945 beginnen. Über das Sudetenland kamen sie im März 1945 in Libotitz in der Nähe von Kaaden (heutiges Tschechien) an. Sie lebten dort bis zur Vertreibung durch die Tschechische Republik im Mai 1945. Von Saaz über Tetschen-Bodenbach und Hirschfelde erfolgte die Heimreise bis zum 5. Juni.1945. Die Familie lebte bis Oktober 1946 wieder in ihrer Heimat bis die Ausweisung bzw. Vertreibung durch Polen begann. Die Zugfahrt führte sie nach Elsterhost bei Hoyerswerda. Dort verbrachten sie zwei Wochen in einem Lager zur Entlausung bis sie am 8. November 1946 nach Glauchau verwiesen und nach Meerane aufgeteilt wurden. Frau Mummert zog 1951 nach Zwickau und erlernte den Beruf der Krankenschwester.

Laut zeitgenössischen Quellen waren zwischen 20.000 und 22.000 Neubürger in der Stadt Zwickau registriert. Viele von ihnen kamen aus Schlesien und Ostpreußen. 

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