Moses Grosser: Ein jüdischer Erlebnisbericht

veröffentlicht am: 27.10.2026

Das Stadtarchiv Zwickau informiert:

Ergänzend zu den vielfältigen Veranstaltungen anlässlich des Jahrs der Jüdischen Kultur in Sachsen, wird das Stadtarchiv Zwickau im Rahmen einer Lesung einen Erlebnisbericht des jüdischen Kaufmannes Moses Grosser (1891-1968) in seinen Bestand übernehmen.

Interessierte sind herzlich eingeladen, am Dienstag, dem 10. November ab 18 Uhr den Ausführungen Marina Stroischs zu folgen. 

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, aufgrund der begrenzten Platzkapazität wird jedoch um Voranmeldung unter E-Mail: archiv-erlebenzwickaude gebeten, diese ist ab sofort möglich.

Die Familie Grosser stammte ursprünglich aus dem heutigen Polen und ließ sich 1910 in Zwickau nieder. Nicht nur das Aufsteigen Moses Grossers zu einem anerkannten Kaufmann, sondern auch das Wirken in der Israelitischen Gemeinde Zwickaus, ließ die Familie hier verwurzeln. Die Tochter Helene sah bereits frühzeitig die dunklen Schatten heraufziehen: als 1933 die Nationalsozialisten die Macht im Staat übernahmen, emigrierte sie nach Palästina. Der verbliebene Teil der Familie wurde im Rahmen der sogenannten „Polenaktion“ Ende Oktober 1938 des Landes verwiesen. 

Moses Grossers erneute Verhaftung erfolgte nach der Besetzung Osteuropas durch die Wehrmacht; seine Internierung im Konzentrationslager überlebte er. 1949 wanderte er in den neu gegründeten Staat Israel aus.

Die einstündige Lesung und Übergabe des originalen Berichtes wird durch Marina Stroisch erfolgen. Erstmals konfrontiert mit der Judenverfolgung wurde sie während Ihres Studiums in Leipzig durch einen Dokumentarfilm zum Ende des Warschauer Ghettos. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war ihr Interesse für jüdische Kultur und Geschichte geweckt. Durch verschiedene Verbindungen, u. a. zur Jüdischen Gemeinde in Berlin, kam sie in Kontakt mit Gershom Schocken und über diesen letztlich zu Ayalah Laronne geborene Helene Grosser – der Tochter von Moses Grosser. Von ihr erhielt sie 1988 ebenjenen Erlebnisbericht, welcher nunmehr dauerhaft im Stadtarchiv verwahrt werden soll.

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